Das Benchmark Konzept

Hospital Benchmark ermöglicht Spitälern sich dem akuten Kostendruck und der drohenden Strukturbereinigung entgegenstellen zu können. Dabei erfolgt eine Beurteilung des eigenen Spitals auf der Basis ausgewählter Indikatoren anderer Spitäler bzw. Referenzobjekte.

Hospital Benchmark ist ein solides Vergleichskonzept „von Spitälern für Spitäler“ bei dem „jeder von jedem lernen“ kann. Es besteht aus den folgenden fünf konzeptionellen Stufen, die in der unten stehenden Abbildung 1 im Überblick beschrieben werden:


Abbildung 1: Beschrieb des Hospital Benchmark Konzepts anhand von fünf Stufen

Stufe 1: Definition der Zielsetzung

Hospital Benchmark orientiert sich an der Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Spitals und damit an der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Stufe 2: Auswahl der Referenzobjekte

Hospital Benchmark verfolgt das Ziel die spezielle Situation des Spitals und dessen individuelle Zielsetzung zu berücksichtigen. Deshalb kann die Auswahl der Referenzobjekte bei Hospital Benchmark sowohl spitalintern als auch spitalextern erfolgen.

  • Spitalintern ist ein Vergleich anhand von Sektionen (z.B. Stationäre Pflege, Diagnostik, Notfallpflege, Management und Verwaltung) und Departementen (z.B. HNO, Notfallstation) möglich.
  • Sptialextern ist ein Vergleich nach Spitalstandort (national, international, nach ausgewählten Standorten), Spitaltyp (Universitätsspital, Privatspital, Spitalnetzwerk) und Spitalgrösse (alle Spitäler, Spitäler vergleichbarer Grösse) möglich.

Stufe 3: Kennzahlenvergleich

Zentral für ein aussagekräftiges Benchmarking ist ein zweckmässiges Messkonzept. Grundsätzlich sind in diesem Zusammenhang zwei Ansätze möglich (vgl. Abbildung 3):


Abbildung 2: Mögliche Ansätze für ein Spital-Benchmarking

  • Ansatz 1 orientiert sich an der Senkung der Aktivitäten pro Patient mit der Zielsetzung der Effizienzsteigerung eines Spitals bzw. der Kostensenkung pro Patient.
  • Ansatz 2 orientiert sich hingegen an der Senkung der Kosten pro Aktivität.

Obschon die meisten Benchmarking-Ansätze dem ersten Ansatz zuzuordnen sind, ist diese Betrachtungsweise nicht ideal, weil sie die spezielle Situation der Spitäler und ethische Bedenken nicht berücksichtigt. Deshalb orientiert sich Hospital Benchmark an Ansatz 2. Dabei stehen vorerst Produktivitäts-kennziffern, insbesondere die Personalproduktivität eines Spitals, im Vordergrund. Mithin setzen sich ca. 80% der Kosten aus Personalkosten zusammen. Zur Abbildung der Personalproduktivität eines Spitals werden geeignete KPI`S (Key Performance Indicators) wie beispielsweise Pflegetage pro FTE (Full Time Equivalent; Vollzeitäquivalent) herangezogen.

Stufe 4: Ortung von Potentialen

Hospital Benchmark ermöglicht dem Spital Verbesserungspotentiale zu orten. Das laufende Abbilden solcher Verbesserungspotentiale und das Aufzeigen von Anhaltspunkten für einen optimierten Ressourceneinsatz, dienen als einzigartige und absolut neutrale Grundlage zur Ableitung von Entscheidungs- und Handlungsprioritäten, welche den internen Managementprozess optimal unterstützen.

Stufe 5: Massnahmen ergreifen

Mit Hospital Benchmark können konkrete Massnahmen bestimmt werden und erlauben dem Spital sich für die Zukunft besser aufzustellen.